Madeira - Die Blumeninsel
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Die Insel
Madeira (port. madeira = Holz) ist eine portugiesische Insel etwa 1.000 km südwestlich von Lissabon
und 600 km westlich der marokkanischen Küste
im Atlantischen Ozean. Sie gehört mit der kleineren Insel Porto Santo und zwei unbewohnten Inselgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvagens, zu einem Archipel, der die autonome Provinz Madeira bildet.Madeira ist, wie auch ihre Nachbarn, die Azoren und die Kanarischen Inseln, vulkanischen Ursprungs und zählt mit den Kanaren, den Kapverden und den Azoren zur Gruppe der makaronesischen ("glückseligen") Inseln. Der Madeira-Archipel ist durch einen Hot Spot entstanden. Die Insel ist nur das oberste Viertel des gesamten Vulkansystems. Die Klippen fallen unter der Wasseroberfläche bis zu 4.000 m bis zum Meeresgrund ab. Madeira ist jedoch nicht mehr geologisch aktiv, die letzte Eruption ist etwa 400.000 Jahre her.Madeira verfügt über mehrere Mikroklimata. Im Norden der Insel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Insel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur schwankt zwischen 19 Grad im Dezember und Januar und 25 Grad im Juli und August.
Wanderparadies
Madeira ist als Wanderparadies bekannt. Entlang der Levadas sind Wege zur Wartung und Pflege der Bewässerungskanäle angelegt. Sie dienen heute vielen Touristen für Bergwanderungen. Diese Wege setzen allerdings stellenweise ein hohes Maß an Schwindelfreiheit voraus. Eine andere sehr beliebte Bergwanderroute verbindet den dritthöchsten Gipfel Pico do Arieiro mit dem höchsten Berg Pico Ruivo und der Achada do Teixeira.
Espada & Espetada
Eine der Hauptspezialitäten der madeirensischen Küche ist die Espada, ein Degenfisch-Filet, das meist
mit einer Banane serviert wird. Der Schwarze Degenfisch lebt in etwa 4.000 Meter Tiefe und wird nur vor der Küste von Madeira und Japan gefangen. Nicht zu verwechseln mit der Espada ist die Espetada, ein etwa ein Meter langer Fleischspieß. Traditionellerweise ist der Spieß aus Lorbeerholz gefertigt.
Madeirawein
Der Madeirawein, oft auch nur kurz "Madeira" genannt, ist eine bekannte Spezialität, die auch in der guten Küche genutzt wird. Mindestens ebenso bekannt wie das Ausgangsprodukt ist die auf seiner Grundlage zubereitete Madeira-Sauce. Hochqualitative Weine sind allerdings zu schade zum Kochen, sie werden als Aperitif oder nach dem Essen genossen.
Nach der verwendeten Rebsorte werden folgende vier Arten unterschieden: vom trockenen Sercial über Verdelho und Boal (Bual) zum süßen Malvasia (Malmsey). Die Lese des Weins beginnt Mitte August und dauert rund sechs Wochen. Abgefüllt werden pro Jahr etwa 5,3 Millionen Flaschen. Die alkoholische Gärung wird zunächst mit hochprozentigem Alkohol (Weinbrand) gestoppt, dadurch bleibt eine gewisse Restsüße im Wein erhalten. Anschließend wird der Wein durch Erhitzung in sogenannten Estufas weiterbehandelt und schließlich im Solera-Verfahren weiter veredelt. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 18 und 21 Vol. %.
Der Flughafen
Bekannt ist auch der spektakuläre, auf Betonpfählen erbaute Flughafen westlich von
Machico, der bis zum letzten Ausbau von 1984 bis 1986 nur von fortgeschrittenen Piloten angeflogen werden durfte. Von Deutschland ist Madeira etwa vier Flugstunden, von Lissabon 1 1/2 Flugstunden entfernt. Regelmäßige Fährverbindungen von Europa oder dem Afrikanischen Festland nach Madeira bestehen nicht; angefahren wird lediglich die Schwesterinsel Porto Santo. Madeira ist allerdings ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen.

